Was kann denn schon hier vorkommen?

Hier, in diesem bescheidenen Blog, findet man jedoch nur arme Speise, nämlich jene, die für den Geist bestimmt, und davon glaubt doch jeder viel zu haben und am meisten die, denen er gänzlich mangelt! Wer will daher einem derartigen Blog eine glorreiche Zukunft voraussagen und wozu auch?

Irgendwo muss doch der Anfang sein?

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Sonntag, 18. Oktober 2009

Ein Gartenzwerg auf meinem Kamin


Schwer ist zu deuten, warum manche Gnome
der Menge grinsend ihren Hintern zeigen.
Tritt man sie dorthin, gibt es Hämatome,
doch ignorieren sie solches Tun mit Schweigen.

Sie lassen Pflanzen aus dem Podex wachsen,
sie blasen ihre Wangen auf und tuten.
Die andern meinen, dass dies dumme Faxen,
allein ein tieferer Sinn lässt sich vermuten!

Sonntag, 30. August 2009

Klagenfurt, Neuer Platz: Lindwurm im Selbstgespräch

     
Du armer Wurm, mein Lindwurm, alter Stein.
Man hat Dich aufgepäppelt und verschönt,
doch unbekannt bleibt, was sie sonst getan,
die klugen Steinmetzmeister und -gesellen,
die an den Pelz Dir rückten, würd' man sagen,
wenn man nicht von dem Schuppenpanzer wüsste,
der Dir das stille, tiefe Herz beschützt,
das in Dir schweigt, seit vielen hundert Jahren.


Ach, wenn Du könntest, wie Du gerne wolltest,
mit Feueratem und Gebrüll Dich wenden
hin zu der Seite, wo die weisen Väter
der Stadt, wie sie sich gerne nennen lassen,
den Bürgern schläfrig Audienzen geben,
und sie zu schrecken, dass sie jäh erwachen
aus ihrer Selbstgefälligkeit und wieder
zu jenen werden, die sie früher waren,
als sie noch nichts, doch voll von Idealen
nur Diener wollten sein, zum Wohle aller.


Doch weh! Du Lindwurm bleibst nur starr und Stein,
und kannst den Herkules selbst nicht erreichen,
der frech vor Dir mit seiner Keule post.
Bleibt Dir allein geheime Schadenfreude,
dass Du den Herren der Stadt den Hintern zeigst
und lange Nase mit dem Ringelschwänzchen.
    

Samstag, 20. Juni 2009

Tropfen


Wasser kann auch die Sicht behindern!

Sonntag, 14. Dezember 2008

Sentimentale Autobiografie

Arm war sie, meine Ernte, meist Gelächter nur,
mit dem man sich den andern Dingen zugewandt.
Ich lasse hinter mir nur eine kurze Spur,
die bald der Wind verweht von meines Daseins Strand.

So wäre ich dann ausgeatmet und vorbei
ist jenes kurze Spiel, das niemals ich gewann,
und niemand fragt, warum und ob es richtig sei,
dass ich gewesen und gelebt (fast) irgendwann.




Donnerstag, 19. Juni 2008

Eingeschlossen

Wenn ich den Ellenbogen
auf den Oberschenkel stütze
und mit der linken Hand die Stirn umfasse,
dann trage ich die Welt in dieser Hand,
und ich bin auch darin,
als Einer, der den Ellenbogen
auf den linken Oberschenkel stützt
und seine Stirne mit der Hand umfasst.

Mittwoch, 20. Februar 2008

Sühne

als dann vorbei,
erloschen war die kurze Flamme
einer Liebe, die sich zu spät entflammt.

Was sie Verachtung nannte,
war es spätes Wissen um ihr Übelwollen,
das aus Versuchungen des Fleisches
einer abgelegten Jugend ihr verblieben?


Ein Lächeln, fast ein Spiel, ein müder Leib,
so trug sie sich mit ihren Altersfalten
in das Gewerbe, dem sonst die verfallen,
die nie zum Wert des Lebens sich bekannten.


Und so geschah's, dass sie den Widrigkeiten
und Verlusten nur die letzte Daseinshülle 
vorhielt wie ein Maskenschutz, um trotz
Gefahr und Trauer ihrer Lenden


sich dem Verfalle hinzugeben
und sich in diesem zu erlösen. 
Zu lösen, aufzugehen in ein Nichtmehrsein,
ein Abschluss und ein endliches Vergessen.


Dienstag, 11. Dezember 2007

Morgenfrost


Die Kälte lässt mich zittern beim Erwachen,
wenn noch die Fransen einer schweren Nacht
im Raureif sich verstecken, dessen Pracht
der junge Tag scheint schöner noch zu machen.

Er lässt in Schneekristallen Licht entfachen,
bis blendend Weiß die Schwärze überdacht,
in dem der Frost sich mächtig streckt und lacht,
dass glitzernd Eishauch strömt aus seinem Rachen.

Trifft er die Schläfer, lässt er Träume stocken,
die noch nicht ausgeträumt ihr trügend Gleißen.
Ich höre seine Stimme, sein Frohlocken:

Öffne das Fenster! lasse ich mich heißen.
Dort weiß ich ihn mit seinen Krallen hocken
und spüre Eisluft mein Gesicht zerreißen.